7 Erkenntnisse aus meiner beruflichen Neuorientierung: Es ist mehr möglich, als du denkst

Zuletzt aktualisiert am 04/01/2024 |   geschrieben von Katja Smigerski
Katja Smigerski

Im August 2020 stand ich kurz vor meinem nächsten Entwicklungsschritt – unbewusst, aber bereits in den Startlöchern. Was mit wachsender Unruhe begann, wurde zum Impuls für meine aufregende Reise zur beruflichen Neuorientierung. In diesem Blog-Beitrag teile ich meine Reise der beruflichen Neuorientierung mit dir: Wie es dazu kam, was meinen Weg geprägt hat und 7 daraus resultierende Erkenntnisse, die dir auf deinem eigenen Weg helfen.

Wie meine berufliche Neuorientierung begann

Ich saß mit meiner damaligen Chefin zusammen im jährlichen Entwicklungsgespräch. Wir hatten ein sehr gutes und offenes Verhältnis und reflektierten gemeinsam meine Ergebnisse sowie meine persönliche Entwicklung der vergangenen 12 Monate. Dann kam wie üblich der Ausblick: Was möchte ich in den kommenden Monaten erreichen? Und welche Entwicklungsmöglichkeiten sehe ich für mich persönlich?

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ein tolles Team aufgebaut, wir steckten mitten im Markenrelaunch. Die vergangenen Monate waren sehr aufregend, aber auch herausfordernd. Dreieinhalb Jahre war ich schon Leitung Marketingkommunikation und ich bin in dieser Rolle sehr gewachsen. Ich liebte mein Team, ich liebte meine Arbeit, insbesondere meine Rolle als Führungskraft. Das Sparring mit meiner Chefin machte mir Spaß und einen besseren Arbeitgeber konnte ich mir nicht vorstellen. 

Ich als Fuehrungskraft

Ich war happy in meiner Rolle als Führungskraft. Aber die innere Unruhe wuchs.

Da war dieses Gefühl der inneren Unruhe

Dennoch spürte ich seit einigen Wochen eine wachsende Unruhe in mir. Ich kannte dieses Gefühl: Es war das klare Zeichen, dass ich „etwas Neues“ brauche, eine neue Herausforderung. Aber ich hatte diesmal keine Ahnung, was das sein soll. Es mischte sich mit Traurigkeit, denn trotz der turbulenten Zeiten fühlte ich mich wohl und sicher. Wieso also dieses (zu diesem Zeitpunkt) doofe Gefühl?

Auf meinem bisherigen beruflichen Weg hatte ich an dieser Stelle meistens schon recht klare Vorstellungen: Als ich mich beispielsweise auf die Stelle als Leitung Marketingkommunikation bewarb, reizte mich daran die Möglichkeit, ein Team aufzubauen, Führungskraft zu sein und strategisch zu arbeiten. Ich wollte ganz vorne an der Ausrichtung einer Marke mitwirken. Und siehe da, die Chance bekam ich.

Bei meinem Wechsel davor, von einer PR-Agentur hin zu Alnatura, wusste ich, dass ich für ein Unternehmen arbeiten möchte, in dem ich Sinnvolles bewirken kann. Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass PR-Arbeit nicht meine Stärke ist und dass ich aber gut darin bin, kreative Projekte umzusetzen und Veranstaltungen zu entwerfen und zu planen. Der Gedanke, mich inhaltlich mit Lebensmitteln und Essen zu beschäftigen, war ebenfalls unheimlich anziehend. Und auch da klappte der Wechsel.

Diesmal fehlte das klare Bild

Doch dieses Mal hatte ich kein klares Bild. Ich wusste nur, dass es mich absolut nicht reizt, meine Expertise im Bereich Marketing zu vertiefen. Und dass mein Interesse für Unternehmensführung wächst. Ich sah im Unternehmen keinen Platz, der mir für mich passend erschien. Und mir kam auch kein anderes Unternehmen in den Sinn, für das ich mich begeistern hätte können.

Ängste kamen auf: Was nun? Ich habe jetzt fast 15 Jahre im Bereich Marketing & Kommunikation gearbeitet und bin sehr gut in dem, was ich tue. Soll ich jetzt nochmal von 0 anfangen? Und wie soll das finanziell gehen? Das war erstmal eine echte Keule. 

Äußerst hilfreich war, dass ich zu dieser Zeit die Biografie von Arnold Schwarzenegger hörte. Eine Freundin hatte mir das Buch empfohlen und ich war sehr skeptisch, denn bislang hatte ich nicht wirklich Interesse an dem bekannten Actionhelden. Was ich nicht wusste: Arnold ist ein wahrer Künstler darin, seine Träume zu verwirklichen. Das war unheimlich motivierend und inspirierend. Seine Geschichte machte mir Mut.

Meine Chefin und ich sind also nach dem Entwicklungsgespräch auseinandergegangen mit der Vereinbarung, dass ich das einfach mal in mir reifen lasse und ich auf meine Chefin zukomme, wenn ich eine Idee habe, wo es für mich hingehen soll. Keine von uns dachte daran, dass ich ein Jahr später die Kündigung einreichen würde. Hättest du mir zu diesem Zeitpunkt gesagt, dass ich 2 Jahre später tatsächlich auf dem Weg in die Selbständigkeit bin, hätte ich gelacht und dir einen Vogel gezeigt.

Der Samen war gepflanzt

Das Gespräch hat einen Samen in mir gepflanzt. Aus dem zuvor diffusen Gefühl der inneren Unruhe war jetzt ein Auftrag geworden: Werde dir klar darüber, wo du dich hinentwickeln möchtest. Das arbeitete in mir. Mir fiel ein Seminar ein, das ich im Sommer zum Thema Kreativitätstechniken besucht hatte. Es hat mich sehr beeindruckt, als der Seminarleiter davon erzählte, wie er schon unterschiedlichste Geschäftsideen umgesetzt hat. Dass er zwar auch einmal komplett pleite gegangen ist, aber im Kellerzimmer bei seinen Eltern einfach das nächste Projekt ins Leben gerufen hatte.

Bei diesem Seminar schon spürte ich Begeisterung. Ich dachte mir: Ich habe auch immer wieder so viele Ideen im Kopf! Gute Ideen! Aber dabei bleibt es dann auch. Ich fragte ihn, wie er es macht, dass er seine Ideen auch in die Tat umsetzt. Seine Antwort: Er entwickelt eine Vision und einen Plan – und geht dann los. So einfach also?

Da habe ich zum ersten Mal daran gedacht, dass ich das vielleicht auch tun sollte: Einfach mal machen.

In den Wochen nach meinem Gespräch mit meiner Chefin ließ mich diese Frage nicht los: Wo will ich hin? Wie kann ich meine Fähigkeiten anders einsetzen als durch die Fortsetzung meiner bisherigen Laufbahn im Bereich Marketing und Kommunikation? Wie geht das, wenn ich die Richtung wechseln möchte? Und vor allem: Wie geht das, ohne finanziell erstmal auf dem Trockenen zu sitzen?

Da war sie dann: Eine konkrete Vision

Dann stieß ich bei Instagram auf die Anzeige von einer Business Mentorin. Ich weiß gar nicht mehr genau, was ihre Botschaft war. Sicher irgendetwas wie „Gehe los für deine Träume!“. Ich investierte in einen Kurs bei ihr, durch den ich mich wirklich intensiv mit mir selbst beschäftigte. Ich wurde mir bewusst über meine Werte, meine Talente, setze alles wie ein Puzzle zusammen – und entwickelte eine Vision. Eine ziemlich konkrete Vision.

In dieser Vision kam beispielsweise auch vor, dass ich mich frei fühlen möchte. Dass ich erst ab 10 Uhr in meinen Joballtag starten möchte. Dass ich ein Büro habe, dass auch gleichzeitig mein Rückzugsort ist. Dass ich Menschen dabei unterstütze, ihr Leben und ihre Beziehungen aktiv selbst zu gestalten. All das und noch mehr ist heute meine Realität, auch wenn sich der inhaltliche Fokus meines Business unterwegs geändert hat.

Das Bild wurde immer konkreter, je mehr ich mich damit beschäftigte. Ich begann, den Podcast von Kristin Woltmann zu hören und saugte ihr Wissen wie ein Schwamm auf. Sie inspirierte mich und mein Mut wuchs. Ich kaufte mir Bücher und beschäftigte mich immer mehr mit dem Thema Onlinebusiness.

Mir war klar: Dazu fehlt mir noch einiges an Wissen. Obwohl ich aus dem Marketing komme, war es ein ganz anderes Thema, mich selbst zu vermarkten. Auch Unternehmensführung und Selbständigkeit waren neu für mich. Also entschied ich mich, Geld in die Hand zu nehmen und in ein Online Business Mentoring Programm zu investieren, um all das zu lernen.

Schon war ich auf dem Weg

Ab da nahm meine Entwicklung ihren Lauf: Ich begann mit der Idee, mich als „Geschenke Coach“ selbständig zu machen und Menschen dabei zu helfen, kreative Geschenkideen zu entwickeln, die ins Herz treffen.

Ideen zum Geschenke Coach

Meine erste Skizze für die Idee des Geschenke Coachings. Wenn dich das begeistert, dann lass uns sprechen. Ich habe diese Idee für mich losgelassen, weil meine Vision mich in eine andere Richtung geführt hat. 

Zunächst hatte ich vor, die Selbständigkeit nebenberuflich aufzubauen. Schnell wurde aber klar: Je mehr Aufmerksamkeit und Energie ich in meinen neuen Weg steckte, desto weniger präsent war ich bei meinem Job. 

Auch privat gab es Veränderungen, die mich beeinflussten: Meine Mutter starb nach langer Krankheit. Dadurch wurde mir deutlich, dass das Leben endlich ist. Und wie wichtig es mir ist, das Beste daraus zu machen und meiner Begeisterung zu folgen. 

Im Laufe der Zeit wurde immer klarer, wie mein Weg aussieht, um meine berufliche Neuorientierung Realität werden zu lassen. Ich startete eine fundierte Ausbildung zum Life & Business Coach (IHK). Und es ergaben sich Optionen, an die ich vorher nicht gedacht hätte. Beispielsweise den Weg über die Arbeitslosigkeit zu gehen und mit dem Gründungszuschuss in die Selbständigkeit zu starten. So entschloss ich mich dazu, alles auf eine Karte zu setzen – und zu kündigen. 

Natürlich ist nicht alles 100 Prozent glattgelaufen. Es gab Phasen, in denen ich große Zweifel daran hatte, ob ich das schaffe. Glücklicherweise hatte bzw. habe ich ein unheimlich tolles Umfeld aus Freunden und einem Partner, die mir Mut machten und an mich glaub(t)en.

Inzwischen bin ich selbst Coach für berufliche Neuorientierung, habe Kundinnen und meine Einnahmen entwickeln sind positiv. Ich liebe die Arbeit und die Freiheit, meine Tage so zu gestalten, wie es für mich am besten passt. Ebenso wie die Kombination aus Menschenkontakt, aber auch Aufgaben, die ich im stillen Kämmerlein mache.

Heute lebe und liebe ich meine Freiheit

Ich lebe meinen höchsten Wert: Freiheit. Und würde kaum etwas anders machen auf dem Weg der letzten Monate und Jahre. Außer mir vielleicht schon früher 1:1-Unterstützung zu holen, da ich mit der Zeit erkannt habe, dass mir der persönliche und individuelle Support an vielen Stellen am besten weiterhilft.

Mit meiner Geschichte möchte ich dir nicht nur Mut machen, sondern dir auch ein paar Dinge mit auf den Weg geben:

7 Erkenntnisse, die du für deinen Weg nutzen kannst  

  1. Es ist viel mehr möglich als du denkst. 2020 hätte ich nie daran gedacht, heute hier zu sitzen und diesen Blog-Beitrag zu schreiben. Du darfst wirklich darauf vertrauen, dass sich Wege finden, wenn du ein klares Ziel vor Augen hast.
  2. Alles fängt bei dir an. Oft suchen wir die Antworten und Möglichkeiten im Außen. Dabei vergessen wir, dass der Startpunkt aber in uns selbst liegt. Erforsche dich, werde dir und deiner Gaben bewusst und suche erst dann nach dem „perfect match“.
  3. Du brauchst eine klare Vision als Leitstern. Es ist immens wichtig, dass du genau weißt, wo du hin möchtest. Du brauchst dieses Bild nicht sofort haben, aber es ist wichtig, dass du es für dich entwickelst.
  4. Du musst nicht schon alles können, um loszugehen. Ich bin sicher, dass du schon alles dafür in dir trägst. Unterwegs bzw. wenn du eine klare Vision und einen Plan dafür hast, wirst du auch genau wissen, wo du gegebenenfalls noch Kompetenzen aufbauen darfst.
  5. Habe einen Plan, aber bleibe flexibel. Es kommt nicht alles haargenau so, wie du es planst. Du bist ein Mensch und auf deinem Weg machst du Erfahrungen. Diese Erfahrungen bringen dir neue Erkenntnisse, die zu Kurskorrekturen führen können. Die wirst du aber auch erst haben, wenn du losgehst. Der Plan ist wichtig für die Orientierung, wie eine Landkarte.
  6. Inspiration und Unterstützung sind Gold wert. Die inspirierenden Geschichten von Menschen, die schon einiges erreicht haben, waren wie Wegweiser, die mir die Richtung gezeigt haben. Und ohne die Kurse und Coachings bzw. Mentorings, in die ich investiert habe, wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Unterstützung für den Weg bzw. in deine Persönlichkeit ist mindestens genauso wichtig wie der Ausbau fachlicher Kompetenzen. Gerade, wenn es darum geht, Neuland zu betreten.
  7. Achte auf deine Selbstfürsorge und Resilienz. Wenn du neue Wege gehst, ist es nur menschlich, dass immer wieder Zweifel aufkommen. Auch Hürden sind normal. Je besser du mit Rückschlägen umgehen kannst und je mehr du darauf achtest, in deiner Energie zu bleiben, desto schneller wirst du immer wieder aufstehen und weitergehen.

Mit meiner ehemaligen Chefin und einzelnen Kolleginnen aus meinem Team bin ich übrigens nach wie vor im Kontakt. Ich mag es total zu sehen, wie sich alles seither entwickelt – ohne mich. Und natürlich: Mein neuer Weg hat ordentliche Höhen und Tiefen. Aber ich würde all die neuen Erfahrungen für keinen Preis hergeben. 

Marketing ist präsenter denn je

In der Geschichte gibt es auch eine ironische Komponente: Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich keine Lust hatte, meine Kompetenzen im Bereich Marketing zu vertiefen. Genau das ist aber essenziell, wenn du ein eigenes Business starten möchtest. Ich lernte, eine eigene Webseite mit WordPress aufzubauen. Wie ich SEO nutze, um gefunden zu werden. Wie ich einen Newsletter aufsetze. Wie ich meine eigene Personenmarke aufbaue und noch einiges mehr. 

Es gab immer wieder Widerstände in mir, aber dennoch bin ich einen Schritt nach dem anderen weitergegangen. Geholfen hat mir dabei eine starke Vision, für mein eigenes Leben und dazu, was ich bewirken möchte. Ich kenne mein Warum und das ist ein sehr starker Antrieb. Und ich habe mir eine Coach und Mentorin an meine Seite geholt, die mich unterstützt, wenn ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. Das ist wirklich Gold wert.

Wenn du schon eine ähnliche Reise hinter dir hast, freue ich mich sehr, wenn du deine Erfahrungen in den Kommentaren teilst! Denn ich bin davon überzeugt, dass wir einander nur bereichern können.


Das will ich auch!

Hast du beim Lesen ein Kribbeln verspürt? 
Vielleicht ist auch für dich der Zeitpunkt für eine beruflichen Neuorientierung gekommen.
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Über die Autorin

Katja Smigerski ist kreativer Freigeist, Kommunikationsprofi, ausgebildeter Life & Business Coach (IHK) und Hypnotiseurin (TMI).

Die Darmstädterin unterstützt sensible, ehrgeizige Frauen bei ihrer beruflichen Neuorientierung. Ihre Überzeugung: Für einen erfüllten Job braucht es beides, Sinn und eine gesunde Selbstfürsorge.

In diesem Blog teilt sie Erfahrungen, Gedankenanstöße, Expertenwissen und Inspiration, die Impulse für mehr Klarheit, Selbstvertrauen und Umsetzung liefern.

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